Eine Geschichte vom Geist der Weihnacht und Gottes Kraft – „moderne Weihnachtsgeschichte“

Es war der 24. Dezember – Weihnachten. Kaspar fuhr durch die erstaunlich frühlingshafte Sonne in Richtung seiner beiden besten Freunde. Diese hatten die beiden altmodischen Namen: Melchior und Balthasar.  Jetzt war es schon so weit gekommen, dass er das heilige Fest, das angebliche Fest der Liebe mit seinen beiden besten Freunden in deren Studentenwohnung verbringen würde. Während er wütend von Sender zu Sender schaltete, musste er feststellen, dass jeder Kanal diese „verdammten Weihnachtslieder“ spielte. Er selbst titulierte es als den alljährlichen „Weihnachtsfluch“.


Als er daraufhin wütend das Radio ausgestellt hatte, schaute er nach hinten und konnte immerhin voller Stolz behaupten – er habe ein Weihnachtsgeschenk. Dieses war zwar nicht besonders gewöhnlich. Kein Buch und oder eine CD. Es war eine große Kiste voller Bierflaschen. Bei diesem Anblick wurde ihm ganz warm um`s Herz und er atmete tief durch und sagte dann zu sich selbst: „Vielleicht wird das Weihnachtsfest doch noch ganz gut!“
Während er die Kiste durch das leere Treppenhaus schleppte, konnte er mit einem schmunzeln schon von weitem hören, wo dieses Jahr wohl die beste „Weihnachtsparty“ abgehen würde.
Er verschnellerte seine Schritte in Richtung der Musik. Es sollte, dass mit Sicherheit feucht-fröhlichste Weihnachtsfest werden. Die Musik musste nach einigem ermahnen der Polizei leiser gestellt werden, doch dies konnte den Alkoholkonsum der drei nicht stoppen und so tranken sie bis in die späten Abendstunden unzählige Flaschen und schrieen dabei:  „Warum Weihnachten, saufen kann man auch ohne das Jesus geboren wurde!“
Als sie sich daraufhin volltrunken schlafen legen wollten hielt sie ein grelles Licht davon ab. Beim verschlafenen aus dem Fenster schauen erkannten sie einen ungewöhnlich hellen und strahlenden Stern. Nach mehrfachen Versuchen der drei einzuschlafen, mussten Kaspar, Melchior und Balthasar feststellen, dass der ungewöhnliche Stern ihnen keine Ruhe lassen würde und so saßen sie ratlos und betrunken am Fenster. Sie starrten genauso gebannt, wie fassungslos auf den grellen, aber zugleich wohltuenden Schein des Sterns. Die Stille wurde durch ein Klirren von der unter ihnen liegenden Straße durchschnitten und die drei blickten hinab auf Kaspars Auto. Jetzt sprang zudem noch die Alarmanlage von diesem an und die hintere Fensterscheibe war durchschlagen worden.
Aber weit und breit war kein Mensch zu sehen – die Straße schien wie leergefegt.
Verwundert schoben die drei es auf den hohen Alkoholkonsum und rannten etwas unbeholfen die Treppe hinunter. Nun fingen sie an die kaputte Scheibe zu inspizieren und mussten verwundert feststellen, dass nichts geklaut worden war. Stattdessen standen drei Säcke auf der Rücksitzbank:
Einer bis zum Rand voll mit Edelsteinen, der andere gefüllt mit purem Gold und der dritte mit glänzendem Silber.
Gerade wollten die drei sich aufgrund ihres Fundes jubilierend in die Arme fallen, da vernommen sie eine Stimme und konnten im hellen Schein des Sterns eine Frau erkennen:
„Mein Baby kommt, mein Baby kommt. Ich muss ins Krankenhaus. Bitte hilf mir jemand!“
Die drei handelten ohne lange zu überlegen und luden sie in ihr Auto. Trotz der unendlichen Kostbarkeiten machten sie sich auf dem schnellsten Weg auf zum Krankenhaus. Sie wählten den schnellsten Weg über die Landstraße. Alles verlief gut, bis Kaspar nach einem lauten Aufstöhnen der Frau das Lenkrad verriss und schleudernd auf ein freies Feld fuhr. Den vieren war glücklicherweise nichts passiert und alle stiegen unversehrt aus. Nur das Auto dampfte und sprang nicht mehr an. „So ein verdammter Mist,“ schrie Kaspar. Wohl oder übel entschieden sie sich daraufhin für eine Geburt unter freiem Himmel – hell erleuchtet von dem Schein des über ihnen thronenden Sterns. Trotz großer Strapazen schafften sie es tatsächlich und die Frau brachte ihr Kind zur Welt. Es schrie und strampelte – es schien quicklebendig zu sein.
Da es mittlerweile sehr kalt geworden war, suchten sie sich Schutz für die Nacht in einer naheliegenden Scheune. Das Kind wickelten sie zum Schutz in Stroh und legten es in eine Futterkrippe. Plötzlich waren all die Säcke voller Kostbarkeiten im Auto vergessen und alle Aufmerksamkeit war auf das Kind gerichtet. Dieses strahlte auf die drei so eine unendliche Wärme aus und ihnen wurde so warm ums Herz wie schon so lange nicht mehr. Sie hatten in ihrem Leben noch nie etwas Schöneres gesehen als dieses kleine, schreiende Kind in der Futterkrippe.
Irgendwann schliefen sie zufrieden ein und erwachten erst mit den Sonnenstrahlen am nächsten morgen, die durch das Scheunentor einfielen. Nach einigen suchenden Blicken mussten sie feststellen, dass die Scheune außer ihnen leer war – keine Frau und kein Kind zu sehen. Auch die Futterkrippe war leer. Aber alle drei waren sich sicher es war kein Traum gewesen. Die Geburt hatte wirklich statt gefunden. Es war alles echt gewesen!
Nachdem sie zum Auto gestürzt waren mussten sie enttäuscht feststellen, dass auch die drei Säcke voller Edelsteine, Gold und Silber von der Rücksitzbank verschwunden waren.
Als wenig später der Abschleppdienst ankam und der Beamte das Unfallprotokoll aufnahm, musste er bei der Geschichte der drei lachen. Die angebliche „Geburt Jesus“. Er forderte sie auf, die Wahrheit zu erzählen, doch sie beteuerten, dass es die Wahrheit sei und beharrte auf ihrer Geschichte. Nach einem von ihm durchgeführten Alkoholtest war klar, dass die drei selber für den Schaden aufkommen müssen.
Als sie wieder in ihrer Wohnung eintrafen, schien zunächst alles normal. Bis auf ein kleines Säckchen unter ihrem leeren Tannenbaum. Dieses hatte die Aufschrift: „Fröhliche Weihnachten.“
Und darin befanden sich ein Edelstein, ein Stück pures Gold und ein Stück glänzendes Silber.
Alle waren erleichtert und wussten wovon sie den Schaden bezahlen konnten. Vor lauter Freude und Dankbarkeit fingen sie an zu beten. Denn auch, wenn sie die gestrige Nacht nicht beweisen konnten – ihr Glaube an Gott und die Geburt Jesus war zurück gekehrt.
Man kann den Glauben und die Taten Gottes nicht beweisen, aber sie geben einem Kraft und weisen einem den richtigen Weg, auch in der dunkelsten Nacht.

Geschrieben von Florian Krüger.